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Petra Baumgart: Wer ist TANFANA?
Über die Götterwelt unserer Vorfahren wissen wir wenig oder „fast nichts“:
„Über die religiösen Verhältnisse zwischen Rhein und Weser, also der Region, in der Arminius lebte und wirkte, erhalten wir so gut wie keine Informationen. Allein in seinen Annalen berichtet er (d.h. Tacitus), dass bei den Marsern eine Göttin Tamfana verehrt wurde, die ein vermutlich überregional bekanntes Heiligtum besaß. Über ihr Wesen und die Kultorganisation erfahren wir jedoch nichts.“ (So Michael Zelle „An wen glaubte Arminius? Götter und Kultplätze in Germanien um die Zeitenwende“ in Katalog-Band zur Ausstellung „MYTHOS“, 2000 Jahre Varusschlacht“, 2009).
Wenn in dem Begleitband auf die Annalen des Tacitus eingegangen wird, warum dann nicht auf die ebenfalls erwähnte Tatsache, dass Germanicus im Herbst 14 u.Z. nicht nur das Heiligtum der TANFANA (Schreibweise nach Jacob Grimm) selbst, sondern in ihm sowie im Umfeld von zehn Meilen alle Versammelten, Kinder, Frauen und Männer, Greisinnen und Greise durch Feuer und Schwert zerstören und vernichten ließ?
Unsere Vorfahren huldigten auch im Jahre 14 u.Z. wie seit Jahrtausenden zur Herbst-Tag- und Nachtgleichen ihrer Hohen Göttin TANFANA. An diesem Tage, dem 23. September, zur Tag- und Nachtgleichen, zwölf Stunden Tag, zwölf Stunden Nacht, feierten die Germanen ihr höchstes Fest des Jahres: Das Fest der Reife, des Erkennens der Natur und der Harmonie. Das völlige immer wiederkehrende Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit tritt nur an zwei Tagen im Jahreswechsel auf - am 20. März im Frühjahr und am 23. September im Herbst; nur zu diesem hohen Herbsttage rief die Göttin TANFANA ihre Stämme zusammen.
Seit Urzeiten ging es den Menschen der Früh- und Vorzeit des |
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hiesigen Raumes, auch den Germanen, um die Abbildung der Harmonie des Himmels auf Erden, um das Wissen des Alls, der und des Alleinen. Sie holten die Weisheit der Ur-Mutter in das Allheim der Erde. Mutter Erde gehörte gleichberechtigt allen lebenden Seelen. Sie betrachteten unseren Planeten Erde zwar als ihren Wohnsitz; indessen empfanden sie zugleich Steine, Pflanzen, besonders die Bäume und Tiere als beseelt; ihnen war daher achtungs- und respektvoll zu begegnen.
Besonders die Menschen des Nordens bewegte ihr großes, unendliches Wasser; dieser merkwürdige riesige Ozean, wo die Wasser kamen und gingen. Eingehend beobachteten sie Sonne und Mond und gewannen ein unglaubliches Wissen. Unsere Vorfahren erkannten: Alles am Himmel bestand ewig und friedlich, strahlend und wunderschön nebeneinander, so wie Bäume und Blumen auf Erden. Deshalb gehörte das Wasser von Nerthus - der Mutter Erde - allen, ebenso wie die Sonne, der Mond und die Sterne. Man mag die Wissensaneignung unserer Vorfahren als naiv ansehen. Sie führte jedoch zu ungeahnter Meisterschaft.
Spätestens seit der Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra, vor zehn Jahren, kommen wir aus dem Staunen und der Sprachlosigkeit wegen dieses Wissens und dieser mehrere Tausend Jahre alten technologischen und künstlerischen Meisterschaft unserer Vorfahren nicht mehr heraus. Diese unglaubliche, wunderschöne in Bronze geschmiedete Scheibe bildet nach meinen Untersuchungen den Himmel exakt zur Frühjahrs-Tag- und Nachtgleichen ab. In Sachsen-Anhalt wurde die älteste, konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte gefunden! Nach dieser archäologischen und astronomischen Sensation müsste doch die Geschichte unserer Vorfahren neu geschrieben und bewertet werden (!) – dachte ich …doch daraus wurde bisher wohl nichts.
Alles Wichtige und Wertvolle für das harmonische Zusammenleben von Weltenmutter/Allmutter, der |
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